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Kritik zum Serienstart

Die Glaskuppel beeinflusst die Psyche – und das ist auch gut so.

Der Thriller "Die Glaskuppel" schafft nicht nur eine typisch skandinavische Atmosphäre, sondern taucht zudem tief in das Seelenleben der Hauptfiguren ein.

Achtung - dieser Text enthält mögliche Spoiler für die weitere Handlung!

Dies geschieht in der Netflix-Folge „Die Glaskuppel“.

Die im US-Amerika ansässige schwedische Krimipsychologin Lejla (Léonie Vincent) wuchs als Kind dort auf. Die Glaskuppel Entführt und daher sehr eingehend mit der Psychologie dieser Täter beschäftigt. Als sie vom früheren Kollegen bei der Polizei sowie ihrem Pflegenvater Valter (Johan Hedenberg), infolge ihres Mütterlichen Verlustes kontaktiert wird, kehrt sie heimwärts, um gemeinsam mit ihm die Beisetzung vorzubereiten.

Aber genau inmitten dieser Traurigkeit bricht das Chaos über den kleinen Ort herein, da Lejljas Freundin an einem Morgen tot in der Badewanne liegen bleibt, beide Handgelenke sind aufgeschlitzt. Gleichzeitig verschwindet deren Tochter spurlos. Je komplizierter der Fall dann wird, desto enger arbeitet sie mit Valter zusammen und macht sich gemeinsam auf die Jagd nach dem Kidnapper. Auf diesem Weg stoßen sie dabei auf dunkle Verborgenes, sogar ins Herz ihrer eigenen Jugend zurückreichend...

Osterfreuden

Ihr habt keine Lust mehr auf den Frühling und hättet lieber wieder eine dunklere, kältere Zeit? Oder seid ihr fasziniert von den Tiefpunkten der Menschenseele und genießt es, interessante Charaktere dabei zuzusehen, wie sie knifflige Rätsel lösen? In diesem Fall könnte "Die Glaskuppel" genau das Richtige für euch sein.

Die Serie folgt dem Weg der Polizeipsychologin Lejla, die sich besonders auf Fälle von Kindesentführungen spezialisiert hat. Selbst eine ehemalige Opfersucht sie ihre Karriere darauf aus, das psychische Terrain der Täterschaft zu erforschen. Bei der Teilnahme an der Beisetzung ihrer Mutter kehrt sie nach Hause zurück, nur um ihr eigenes traumatisches Erlebnis auf beängstigende Weise wieder aufgriffen zu müssen.

Daran, dass das berühmte Kriminalroman Autorin und Serienerfinder In Camilla Läckbergs Werk dringt sie from Anfang an tief in die Psyche der Hauptfigur ein, und es gibt von vornherein keinerlei Zweifel daran. Pilotfolge Beginnt tatsächlich damit, einen eindrucksvollen Einblick in die Vergangenheit zu geben, bei dem wir miterleben, wie Lejla entführt und in einem (vermutlich metaphorischen) Glaskasten gefangengehalten wird.

Worum es genau im Plan des Mörders geht und wer dieser Täter tatsächlich ist, bleibt für uns verborgen. Es scheint jedoch wahrscheinlich, dass die Verbindung zwischen dem bald vorgestellten Fall und Lejlás eigenem vergangenen Erlebnissen irgendwann in der Serie zur Sprache kommen wird. Solange bleiben wir Zeugen ihrer Ängste und Träume, die fast direkt auf ihr abgewandtes Leben fallen. Diese junge Frau leidet unter rasch einblendeten Albtraum-Flashbacks und wenn sie in den Spiegel schaut, sieht sie stets das Bild eines verletzlichen Kindes vor sich.

Inszenierung: top

Ganz ohne Zweifel vermittelt bereits der Begin der Serie einen eher beklemmenden Eindruck und schafft eine Stimmung, die jegliches Frühlingsempfinden aus den Knochen saugt. Diese Aussage soll buchstäblich genommen werden, da "Die Glaskuppel" im besten Sinn des Wortgeschöpfs sowohl inhaltlich als auch hinsichtlich ihrer Audioszenografie eine einzigartige schwedische Prägung aufweist. Krimiserie vom Feinsten ist.

Der Hintergrund der Geschichte liegt in einer entlegenen Kleinstadt während des Winters. Immer wieder treten Schnee, Kälte und Dämmerlicht als wichtige Atmosphärelemente auf, scharfkantige Gestalten dominieren den Schauplatz; die Musik setzt stark auf Geigen und wirkt eine melancolishe Grundstimmung hervor.

Hinzu kommt, dass Valter und Lejla ein recht ungewöhnliches Paar bilden. Valter ist nicht nur ihr Pflegevater, sondern war auch der leitende Ermittler in ihrem eigenen Fall. Dass er diesen nie aufgeklärt hat, zehrt an ihm und verleitet ihn dazu, gemeinsam mit seiner Stieftochter die Ermittlungen im Fall Alicia aufzunehmen.

Und dafür gibt es aus verschiedenen Gründen, die eine erzählende Tiefenschürfung ermöglichen. Zum einen haben die Hauptfiguren das Mädchen direkt kennengelernt, zum anderen findet man die Mutter des Kindes mit offenen Pulsadern leblos in ihrem Zuhause. Darüber hinaus übergab Valter früher den Vorsitz beim Kommissariat seinem Bruder Tomas, doch während der ersten zwei Folgen stellt sich dieser als unflexible Ermittler heraus.

Je länger die Suche dauert, umso geringer werden ihre Überlebenschancen, sodass ab Folge zwei unweigerlich eine Zeitdruckatmosphäre ins Geschehen eingebunden wird. Zudem steigt mit jedem verstreichenden Moment ihr Beteiligungsniveau am Fall an, bis es letztendlich schwerfällt festzustellen, ob Lejla sich nun eher ihrer eigenen Spur folgt oder weiterhin nach Alicia sucht.

Die Schauspielenden

Mit Léonie Vincent und Johan Hedenberg in den Hauptrolen ist das Produktions -Das Team, das die optimalste Entscheidung getroffen hat, um die starken emotionalen Aspekte zu berücksichtigen, zum Schwerpunkt von Story Um das Publikum zu erreichen. Vincent bestimmt bei Lejla einen großen Grad an Verwundbarkeit, der sich ständig in ihren Entscheidungen widerspiegelt.

Oft scheint sie fast hilflos, auch wenn ihr Verstand scharfsinnig ist und sie durch ihrTrauma seelisch robust bleibt. Diese Rolle hat eine eigene Methode ausgedacht, um mit den Erfahrungen klarzukommen und verwendet dies jetzt, um Alicia möglicherweise vor dem Ärgsten zu schützen.

Johans Hedenbergs Valter dagegen ist ein freundlicher, jedoch eher introvertierter Mann, der von einem ereignisarmen Ruhestand träumen würde. Durch den frühzeitigen Tod seiner Ehefrau kann dieser Wunsch allerdings nicht in Erfügung gelangen. Jetzt schöpft er neue Kräfte daraus, heimlich die Arbeit wieder aufzugreifen, die ihm vertraut war, ohne dass es sein Bruder bemerkt, und nutzt diese Gelegenheit zudem, um näher an seine Stieftochter heranzukommen.

Der Gegensatzreiche Stil der Charakterdarstellung verstärkt immer mehr die Emotionen und koppelt diese an psychologische Elemente, die von Beginn an eine Rolle spielen. Dies macht dasGenre besonders ausgezeichnet. Authentische und overzeugende Figuren bewegen sich in einer Situation, die unter normalen Bedingungen fast undenkbar wäre, und übertreffen dabei ihre eigenen Grenzen, während sie gleichzeitig Herausforderungen der Vergangenheit oder des gegenwärtigen Lebens meistern.

Fazit

"Die Glaskuppel" ist raffiniert gestaltet, bringt die Handlung rasch voran und wird fesselnd erzählt. Die Figuren zeichnen sich durch ihre genre-typierte Komplexität aus und agieren als die wahre Triebfeder des Geschehens. Obwohl die Geschichte sehr anziehend ist, fungiert sie in schwedischen Kriminalromanen hauptsächlich nur als Grundlage für eingehende Charakterschilderungen, die in einen narrativen Fluss münden sollen.

Hierbei trägt auch die finsteren, fast depressiven Stimmungen zur Atmosphäre bei und führen dazu, dass das Publikum auf einer bedrückenden und spannungsgeladenen Reise in den hohen Norden geschickt wird. Angesichts der Tatsache, dass die Serie lediglich sechs Episoden mit etwa 45-minütiger Dauer enthält, kann man erwarten, dass die Handlung gut strukturiert ist und künftig immer noch keine überflüssige Verlängerungen zeigt.

Aus diesem Grund haben wir vierkommafünf aus fünf Glaskegeln.

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