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Weniger Elektroautos, mehr E-Bikes: Die Highlights vom „Drehmoment“

Hunderte von Besuchern zog die Mobilitätsmesse "Drehmoment" an diesem Wochenende nach Penzberg. Dort konnten sowohl neueste Fahrzeugmodelle als auch beliebte Elektro-Fahrräder bestaunt werden. Die Verkäufer waren sehr erfreut über den Erfolg dieser Outdoor-Ausstellung.

Penzbergers Mobilitätsplan beginnt allmählich Form anzunehmen. In dieser Zeit passten sich die sogenannten "Antriebsumkehr-Mobilitäts-Tage" dieses Wochenendes perfekt ein. Bei diesen Veranstaltungen präsentierten zwölf Autoverkäufer ihre aktuellsten Fahrzeugmodelle. Auffällig klein war jedoch der Prozentsatz an Elektrofahrzeugen. Einige Dealer brachten dabei sogar lediglich eine einzige solche Variante zum Schauen. Bei näherem Fragen informierten die Präsentierenden darüber, dass elektrische Autos gegenwärtig eher selten angefordert werden. Die Hauptgründe dafür sind laut den Ausstellern: Das Fehlen öffentlicher Subventionen, die hohen Kosten für den Erwerb sowie das generell niedrigere Interessenniveau privater Konsumenten außerhalb städtischer Zentren gegenüber urbanen Gebieten.

Entweder ein Lebensstil-Partner oder dann eben ein Fiat 500.

In diesem Jahr übernahm Mercedes den Platz im Stadtzentrum. Das Unternehmen führte seine Elektrifizierungsstrategie fort, indem es die G-Klasse um einen vollständig elektrogetriebenen Modell ergänzte. Der G 580 mit seinen 588 PS und einem Basispreis von etwa 170.000 Euro zog zahlreiche Besucher an. Meist waren es junge Autofans, die sich bereit erklärteten einzusteigen und kurzzeitig die beeindruckende G-Turn-Funktion – eine Drehung auf der Stelle – ausprobieren wollten. Andere hingegen fragten sich, welchen Zweck ein solches Luxusfahrzeug haben könnte.

Ein völlig anders Modell, das aber nicht gekauft werden konnte, war ein Fiat 500 R mit lediglich 18 Pferdestärken und einer Erstzulassung im Jahr 1975. Dieses Fahrzeug fand ebenfalls viele Anhänger. Günther Ertl von Penzberg genoss die gemeinsamen Rückblickmomente mit seiner Frau und meinte: „In früheren Zeiten waren wir bereits zutiefst glücklich, wenn wir einfach nur einen Wagen mit einem Dach und vier Reifen hatten.“

Für Liebhaber von Zelten auf dem Dach gab es bei der Auswahl an ausgestatteten Campinglehrfahrzeugen und Wohnwagen allesamt vielfältige Optionen. Neuheiten kamen aus Benediktbeuern mit ihren "Geckomobilen", die leer oder teilweise eingerichtete Innenräume für Pickup-Laster und Lastenkraftwagen herstellen. Dadurch haben selbständige Umformer die Möglichkeit, durch Einrichtungs- und Technikkits ihre Innenausbauten flexibler und personalisierter gestalten zu können.

Zwei Tage lang hat Stadtbaumeister Justus K Clement an einem städtischen Informationsstand Fragen bezüglich des Mobilitätskonzepts der Öffentlichkeit beantwortet. Er hofft darauf, dass das Konzept im Juli fertiggestellt wird. Dazu werden aus den eingereichten Vorschlägen jene Maßnahmen herausgesucht, welche finanziell machbar sind. Klement betonte die Notwendigkeit, lieber weniger Maßnahmen durchzuführen, jedoch solche, die rasch umsetzbar und effektiv sind. Ein Beispiel hierfür wäre es, befremdliche Übergänge zwischen Fahrradstrecken und Straßenbauwerken umzugestalten.

Fahrradfahrer ohne Knautschzone

Anlässlich des Events bei eBike Oberland und dem "Radlflüsterer" Alex Gstrein konnten Besucher verschiedene Elektro-Fahrräder im Preissektor zwischen 3.000 und 10.000 Euro begutachten und ausprobieren. Gemäß Gstreins Aussage erkundigen sich aktuell 70 bis 80 Prozent der Kunden nach Elektrobikes. Sichtbar geworden ist auch eine Verjüngung der Käufergruppe. Viele Menschen betrachten nun das E-Bike als ernsthafte Konkurrenz zum Pkw. Er empfiehlt einen SUV-Typus von E-Mountainbikes, die durch ihre breiten Reifen sowie zusätzlichen Gepäckträgersysteme ausgezeichnet sind.

Im Rahmen des Dienstes der Verkehrshilfe Weilheim-Schongau erklärten die freiwilligen Helfer den Besuchern das Thema Sichtbarkeit und Erkennbarkeit im Straßenverkehr. Die Teilnehmer hatten Gelegenheit, einen dunklen Raum zu betreten – so konnte jeder selbst feststellen, wie wenig man schwarze Kleidung am Straßenrand sieht. Dieses Wissen zusammen mit der Aussage: "Radler haben keinen Aufprallschutz und sind daher besonders gefährdet", hinterließ deutliche Spuren beim Publikum. Bei einem Fahrrad-Testgerät prüften die anwesenden Radfahrer ihr Reflexreaktionsvermögen und bekamen wertvolles Know-how zur Bremsweite vermittelt.

Für die Autohändler in Penzberg und der näheren Umgebung haben die Mobilitätstage schon seit vielen Jahren einen festen Platz im Kalender. Hier kennt man sich untereinander, es findet reges Gedankenaustausch statt und die Atmosphäre ist stets ausgezeichnet – wie Tobias Graf, Geschäftsführer bei Graf Mazda, erklärt. „Sorgfältig geplant und mit großem Zuspruch bedacht“ war seine Bilanz dazu.

Text: Cordula Denk

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